Kaum ein Bereich in der Druckbranche ist so sehr vernetzt wie der “Mikrokosmos der Sublimationsdruckbranche”. Jeder kennt jeden, neue Informationen verbreiten sich recht schnell und auf der Messe trinkt man auch mal mit dem eigentlichen Mitbewerber ein Bier auf dem eigenen Messestand. Doch bei meinen aktuellen Recherchen stelle ich immer mehr fest, dass man gegenseitig auch so viel Marktbegleiter und Konkurrent ist, dass man sich misstraut und Maßnahmen ergreift die eher den Kunden schaden und an die Zeiten des kalten Krieges erinnern.

Es geht um das Thema Newsletter. Einige Unternehmen gehen mittlerweile so weit, dass sie nur noch Newsletter an ihre eigenen registrierten Kunden versenden oder neuen Interessenten diese nur noch zusenden, wenn sie sich vollständig mit allen Unternehmensdaten registriert haben. Das dies mit dem Grundsatz der Datenvermeidung nicht vereinbar ist ist einleuchtend.

“The neigborhood ist watching you”, könnte man in abgewandelter Form sagen. Zumindest meinen oder vermuten dies einige Händler und Lieferanten, dass mit den eigenen versendeten Newslettern und den darin enthaltenen Informationen “Gegenmaßnahmen” der Konkurrenz getroffen werden. Preiskämpfe, Unterbietungen im Angebot, Anschwärzungen beim Hersteller (der hat dies und das gemacht…) scheinen dem Miteinander zu schaden und die Kunden zu verunsichern.

Vielmehr noch, es schadet den Kunden und den neuen möglichen Interessenten welche einfach nur regelmäßig einen Newsletter erhalten wollen und nicht gleich bis auf die Hose ausgezogen werden wollen. Und einem selbst. Zudem kann bei solch restriktiver Handhabung gar nicht gewährleistet werden, ob die angegebenen Daten für die Newsletteranmeldung oder die Registrierung eines Shopkontos nicht frei erfunden sind. Es sei denn man überprüft dies tatsächlich manuell was wohl kaum einer der mauernden “Newsletter”-Versender machen dürfte.

Fazit – die Konkurrenz liest mit, ob man will oder nicht. Lieber sollte man auf die Qualität und Verbreitung des eigenen Marketing in der richtigen Dosierung über Katalog, Newsletter und die neuen Web2.0 und Social Media Kanäle setzen. Je mehr man sich öffnet desto mehr wird man wahrgenommen. Messen sind zwar immer noch der größte Neukundenaquisiteur, doch der richtige Mix macht es.

Ich würde mir wünschen nicht alle möglichen Daten angeben zu müssen, nur um einen Newsletter zu erhalten. Was nämlich dann mit den zusätzlichen Daten passiert berichte ich in einem der nächsten Beiträge. Und das ist ein echter Aufreger…