Tassendruck

Der Tassendruck ist für viele die wohl am bekanntesten gewordene Art des Sublimationsdruck für bedruckbare Werbeartikel. Dieser umfasst im weitesten Sinne Tassen und andere runde Formen wie Bierkrüge und Gläser. Hierbei sind die bedruckbaren Artikel ebenfalls wie viele andere Produkte im Sublimationsdruck mit einem Polyesterlack beschichtet. Durch die besondere Art der Anwendung dieser Artikel – nämlich in der Spülmaschine – muss der Polyesterlack möglichst spülmaschinenbeständig sein. Viele der erhältlichen Artikel sind bereits sehr widerstandsfähig, einige wenige müssen oder sollten jedoch noch von Hand gespült werden.

Tassendruck als Geschenk oder Werbeartikel

Beim Tassendruck wird der Ausdruck um die Tasse herum gelegt, mit hitzebeständigem Klebeband fixiert und anschließend in einer Tassenpresse verpresst. Auch eine günstigere Einstiegslösung mit einem Umluftofen ist immer weiter verbreitet. Nach dem Ablauf der Zeit wird die Tasse aus dem Heizelement entnommen und meist in einem Behälter mit zimmertemperiertem Wasser abgekühlt. Dabei ist es wichtig die gesamte Tasse zügig in das Wasser einzutauchen. Eine bekannte Ausnahme stellen hierbei die erhältlichen sogenannten Tiertassen dar. Tiertassen haben als Henkel eine Tierform wie zum Beispiel eine Katze oder ein Tiger. Diese lassen sich nicht abschrecken, da sich sonst innerhalb der Keramik kleine Mikrorisse bilden die anschließend deutlich erkennbar sind.

Der Unterschied zum Lasertransfer auf Tassen

Nach dem Abkühlen der Tassen sind dies fertig. Es muss im Vergleich mit Lasertransfer bedruckten Tassen nicht mehr “nachgebrannt” werden. Die Drucktechnik des Lasertransfer auf Tassen ist in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen, da die Qualität im Sublimationsdruck in Brillanz und Haltbarkeit unschlagbar geworden ist.

Durch die auf den keramischen Produkten aufgebrachte Polyesterschicht dringt auch hier die Sublimationstinte direkt in diese ein. Man spürt auf der Oberfläche keinen Druck. Die gesamte runde Tasse ist glatt.

Die im Sublimationsdruck verwendeten polyesterbeschichteten Tassen sollten sich auf jeden Fall auch ausdrücklich für den Sublimationsdruck eignen. Einige wenige Lieferanten vertreiben ebenfalls noch Tassen für den Lasertransfer. Diese sind ebenfalls mit Polyester lackiert. Dieser ist aber weicher, damit die übertragene Lasertransferfolie besser auf die Tasse und in den Lack aufgepresst werden kann. Hier ist im Gegensatz zum Sublimationsdruck ein leichter Auftrag des Druckes zu spüren.

Haltbarkeit des Tassendruck

In der Spülmaschine haben Tassen mit einem hochwertigen Polyesterlack eine sehr lange Lebensdauer. Viele der von mir selbst verwendeten und hergestellten Tassen sehen auch nach mehreren Jahren noch genauso aus wie am Anfang. Wichtig dabei ist, auch wirklich die wie oben beschriebenen für den Sublimationsdruck geeignete Tassen zu verwenden. Sublimationsdrucke auf für den Lasertransfer geeignete Tassen sehen zwar auch gut aus, die Tasse ist ein paar Cent günstiger, aber all dies rächt sich spätestens nach einigen wenigen Spülmaschinengängen. Die Farben bleichen aus und verwischen auf der Tasse, da der Polyesterlack durch die Wärme in der Spülmaschine seine Poren öffnet, die eingebrachte Tinte gast wieder aus der Beschichtung aus.

Große Auswahl an verschiedenen Tassen

Am meisten ist natürlich der klassische “Kaffeepot” für den Tassendruck mit Sublimationstinte verbreitet. Darüber hinaus gibt es aber noch zahlreiche weitere Formen und Varianten verschiedener Tassen. U.a. mit farbigen Henkel, Rändern, konisch geformt oder als Glastasse. Auch wenn die verschiedenen Varianten und deren Farben ideal zum eigentlichen aufgedruckten Bild passen sollten ist das Hauptaugenmerk doch das transferierte Bild an sich.

Egal ob Firmenlogo, Familienfoto oder Text. Je professioneller und stimmiger das entsprechende Bild platziert und bearbeitet wird, desto länger bleibt der Eindruck und der emotionale Effekt, z.B. beim Verschenken.

Den Keramikdruck kannten schon die alten Griechen

Die Geschichte des Tassendrucks oder besser gesagt des keramischen Drucks hat eine Jahrtausende alte Tradition. Bereits 13.000 v. Chr. wurden in Japan bereits Keramiken hergestellt. Erinnern Sie sich noch an Ihren letzten Besuch in einer Ausstellung zu griechischer Mythologie? Damals wurden Tonkrüge bereits kunstvoll verziert und mit “Bildern gebrannt”. Eben diese alte Tradition findet sich heute in den Tassen, Bierkrügen und Gläsern, natürlich in einer sehr viel weiterentwickelten Technik wieder. Heute kann jeder dank dem Sublimationsdruck seine eigenen personalisierten Tassen besitzen.

16 Gedanken zu “Tassendruck”

  1. Sehr geehrter Herr Emmler,
    mit großem Interesse las ich Ihren Artikel, eine Frage jedoch zur Prozedur: Was genau bewirkt das Abschrecken nach dem Druck? Ist das Abschrecken auch bei der Verwendung einer Tassenpresse möglich, oder nur bei der Verwendung eines Ofens sinnvoll?

    1. Hallo Herr Möritz, vielen Dank für die Frage. Das “Abschrecken” der Tassen ist bei beiden Arten möglich. Allerdings ist das Abkühlen durch das Eintauchen in einen Wassereimer teils auch schon wieder überholt. Je nach Beschichtung auf den Tassen besteht ohne Abkühlen kein Risiko des ausbluten oder nachsublimieren, bzw. gibt es auch Beschichtungen die den Temperaturunterschied durch Mikrorisse und dadurch ggf. ein Abblättern der Beschichtung nach sich ziehen.

      Eine andere sehr bewährte Abkühlungsmöglichkeit ist durch auf der Seite liegende längliche Standventilatoren. Die Tassen dabei teils versetzt in 2 bis 3 Reihen lassen diese sich deutlich schonender und auch in größeren Stückzahlen abkühlen.

  2. Hallo Herr Emmler,

    vielen Dank für den interessanten Bericht!

    Ich habe in letzter Zeit beim Tassendruck per Sublimation öfters folgendes Problem: wenn ich das Papier nach dem Abkühlen abziehe, sind an den Rändern bis wohin das Papier reichte hellgraue Flecken auf der Tasse, an denen sich die Kante des Papiers haarscharf abzeichnet. Habe Sie eine Idee, wie dies verhindert werden kann?

    1. Hallo Herr B.,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Ursache kann sehr unterschiedlich sein. In jedem Fall sollten Sie dazu Ihren Tassen- und Papierlieferanten befragen. Ich vermute, dass die Tassen entweder zu heiß gepresst werden oder die Beschichtung der Tassen zu weich ist. Ohne Bild und genauere Beschreibung kann ich leider nicht besser weiterhelfen.

      Viele Grüße
      Patrick Emmler

  3. Vielen Dank für den interessanten Artikel. Ist Ihnen ein System bekannt, mit dem Tassen von INNEN bedruckt werden können? Danke für Info´s!

    Viele Grüße

    Markus Wagner

    1. Hallo Herr Wagner,

      vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich das bisher selbst nicht weiß, mich aber schon immer gefragt habe wie das genau funktioniert.
      Per Sublimationsdruck ist das bisher zumindest nicht möglich.

      In jedem Fall kann Ihnen da aber die Kössinger AG in Schierling (Bayern) weiterhelfen. http://www.koessingerag.de
      Grüße an Herrn Markus Kössinger.

      Viele Grüße
      Patrick Emmler

  4. Hallo
    Ich habe seid 2 Tagen das Problem, das ich die Bilder auf den Tassen nicht richtig kräftig darstellen.
    Als wenn ein leichter Nebel über dem ganzen hängen würde.
    Kennt dieses einer?
    Haben einen Ricoh 3110 DN Drucker.
    Danke für die Hilfe

  5. Hallo Herr Emmler,
    Hallo Herr Wagner,

    erst mal recht herzlichen Dank für die Weiterempfehlung. Besser eine späte Antwort als keine Antwort:

    Tassen innen zu sublimieren kann man -technisch wäre das mit etwas Aufwand evtl. sogar machbar- nicht empfehlen, da der für die Sublimation notwendige Lack dann unmittelbaren Kontakt mit dem Getränk hätte.

    Innendruck geschieht im keramischen Buntdruck über Abziehbilder. Diese Bilder werden im Siebdruckverfahren gedruckt, mit Fluss und Lack versehen, vom Trägerpapier abgelöst, auf den Artikel dekoriert und anschließend im Brennofen spülmaschinenfest nach DIN 12875 eingebrannt. Toll ist das für nette Nachrichten, die erst nach dem Leeren der Tasse zum Vorschein kommen oder auch für Einzelnamen.

    Die Mindestauflage für derartige Dekore beträgt 50 Stück. Wobei dann natürlich 50 verschiedene Namen dekoriert werden können.

    Beste Grüße,

    Markus Kössinger

  6. Hallo,
    wir sind noch ziemliche Frischlinge auf dem Gebiet des Sublimationsdruck (ausschliesslich auf Tassen) und haben heute einen Anbieter gefunden, der komplett farbige Tassen anbietet.
    Jetzt stellt sich uns die Frage, ob man darauf auch Fotos drucken kann, oder ob diese Tassen nur für Schriften (schwarz) geeignet sind.
    Wir drucken ausschliesslich Fotos mit Logo auf die Tassen.
    Vielen Dank für Ihre Antwort
    MfG
    K. Dittrich

  7. Guten Abend Herr Emmler,
    ich habe seit einige Zeit das massive Problem, dass alle Bilder auf Tassen oder Keramik-Fliesen sehr blass sind.
    Ich arbeite mit den RICOH Druckern Aficio SG 3110 DN und Aficio SG 7100 DN.
    Ich habe bereits alle Druckerpatronen ausgetauscht, aber das Problem wurde nicht gelöst. Fällt Ihnen hierzu vielleicht eine Lösung ein …..???

  8. Hallo,
    ich habe einen gebrauchten Drucker ricoh 2100n gekauft. Nun habe ich die Tinte mit sublimationstinte ausgewechselt.
    Ich habe sublimationstassen und sublimationspapier.
    Leider klappt es überhaupt nicht. Der Druck ist extrem hell.
    Können Sie mir bitte helfen?
    Vielen lieben Dank.
    LG

  9. Guten Tag und vielen Dank für Ihre Erläuterungen. Bevor ich mich auf dieses Gebiet des Tassenbedruckens vorwage: Welches Druckerpapier, wlche Druckfarben sind erforderlich? Genügt normales Bilderdruckpapier, oder Fotodruckpapier auf einem normalen Tintenfarbdrucker? Mit diesen Anfangsfragen könnten Sie mir den Einstig erleichtern. Besten Dank. widder-altena

  10. Guten Tag,
    Ich hoffe, Einer kann mir helfen!

    Ich möchte gerne schwarze Tassen über das sublimation verfahren bedrucken. Kann man die schwarzen Tassen genau so wie die weissen Tassen bexrucken? Wie wird der Farbdruck auf den schwarzen tassen, Kräfftig? Bei t-shirts soll man ja ein weiss druck vor dem farbdruck machen damit die Farbe bei schwarzen T-Shirts kräftig rausstechen. Wie sieht das bei schwarzen Tassen aus?

    Danke

    1. Bei den für den Sublimationsdruck geeigneten schwarzen Tassen ist dies nur eine hitzeempfindlihe Schicht, welche dann farblos wird.
      Dies hat also nicht mit reinen schwarzen Tassen zu tun.
      Der Sublimationsdruck auf dunkle Untergründe ist nicht möglich.

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