Die Photokina 2010 in Köln ist für mich heute zu Ende. Zahlreiche Messehallen mit Foto- und Videokameras, deren Zubehör und viele viele andere Produkte habe ich angesehen und ausprobiert.

Natürlich war ich auch bei den bekannten Sublimationsdrucklieferanten und Dienstleistern zu Gast und konnte dort auch ein paar neue Produkte entdecken.

Bei Print Equipment beeindruckten mich mal wieder die eigentlich schon lange im Programm vorhandenen Aluminiumplatten, welche mit entsprechenden Motiven sehr gut zur Geltung kamen. Die neuen bedruckbaren Glasacrylbausteine, welche nun auch im Sublimationsdruck möglich sind hatte ich mir auch etwas genauer angeschaut.

Darüber hinaus wurden bei Print Equipment wie gewohnt praxisnah Muster zusammen mit Interessierten und Kunden bedruckt und ausführlich erklärt.

UNISUB der Hersteller, sowie Rowmark als Distributor stellten nebenan Ihre Produktpalette aus. Hier fiel mir insbesondere der vollflächig bedruckte Tisch auf. Dieser wird mit einer großen beschichteten Platte bedruckt und anschließend als Tisch konfektioniert. Er ist zwar kein offizieller Artikel der UNISUB Produktpalette, scheint mir jedoch für spezielle Bereiche – wie für die Gastronomie – ein interessanter Artikel zu sein. Leider würde er sich wohl preislich aber auf einem hohen Niveau bewegen, zumindest in kleineren Stückzahlen.

Ebenfalls war Transfair aus Hamburg in der Mitte der Messehalle zu finden und zeigte ihr Sortiment. Dort konnte ich die gesamte Palette der neuen bedruckbaren Tischlampen begutachten über welche ich bereits berichtet hatte. Hier nochmals vielen Dank an Transfair für die üppige Verpflegung mit Nascherei und Flüssigem während der drei Messetage.

Weiter gab es im Sublimationsdruck noch Grawerton, BRS und Technotape in der Halle 6, welche ebenfalls bereits bekannte Drucksysteme und Artikel ausstellten, aber nicht wirklich etwas besonders Neues dabei hatten.

Allerdings weckte bei Technotape der mit Sublimationsdruckartikeln behängte kleine Weihnachtsbaum mein Interesse. Die meist flachen Kunststoffhänger sind nicht jedermanns Sache – auch meine nicht – dennoch konnte man sich hier endlich mal auch ein Bild dieses Gesamtarrangements an einem Nadelbaum machen, statt nur den nackigen Christbaumschmuck in der Hand zu halten.

Die klassischen und teilweise auch immer mehr im Sublimationsdruck agierenden Fotodienstleister wie CeweColor, Infowerk AG & Co. glichen sich leider häufig auch in sehr ähnlichen Produktgruppen.

Z.B. bei den Fotobüchern, eines der Produkte welches mich an der Messe am meisten gelangweilt hat. Der Markt scheint so überlaufen und noch nicht gesättigt, dass man in manchen Hallen das Gefühl hatte, dass es sich auf der Messe nur um Fotobücher dreht. “personalisiert” hat da trotz individueller eigener Bilder meiner Meinung nach nicht mehr viel damit zu tun und ist längst zu einem Massenmarkt verkommen bei dem der Konkurrenzdruck unerträglich sein muss.

An einem Stand sah ich einen Epson B510-DN mit großvolumigen Nachfüllkartuschen. Zwar wurde hier keine Sublimationstinte verwendet, aber im Hinblick auf die jahrelangen Schlauchsystemproblematiken und die derzeitigen nicht genau einzuschätzenden Probleme mit den Ricoh-Druckern im Sublimationsdruck wäre der Epson B510-DN eine sehr interessante Alternative für die aktuellen A4 Drucker GX2600 von Ricoh und der bei manchen Lieferanten “noch” aktuelle Epson D120 mit Schlauchsystem im Sublimationsdruck.

Bei Epson am Stand sah ich zum ersten Mal den neuen Epson Stylus PRO 4900. Nicht größer, aber wuchtiger, schneller und mit deutlich mehr Farben als die bisherigen PRO – Geräte ist er mal wieder eine Entwicklung “par excellence”, um die Adaptierung dieses Drucksystems im DIN A2 Bereich für den Sublimationsdruck zu erschweren. Ich bin auch hier gespannt wohin die Reise geht und wie lange die etablierten 44xx und 48xx Geräte noch lieferbar sind…

Am ersten Tag traf ich mich mit Hannes, welcher bereits mit den Jungs von Lens-Flare.de über die Messe gezogen war und verunsicherten dann nach deren Abschied zu zweit die Hostessen von Samsung & Co. mit diversen technischen Fragen.

Bei Scanbull konnte ich mir das Erstellen der rotierenden und dreidimensionalen Bilder in der Praxis anschauen über welche ich kürzlich berichtet hatte. Hier waren Rotationstische bis zu einer Größe von 150 cm und einer Belastbarkeit bis zu 250 kg zu sehen. Die Brüder Olaf und Ingo Bergmann zeigten als Dienstleister die Möglichkeiten dieser Technik und gestalteten diverse Ansichten mit unterschiedlichen Produkten wie einem Reisekoffer, einem Sportschuh und Fahrradhelm.

Um hier die Möglichkeiten auszutesten habe ich mich für einen Selbstversuch hingegeben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Normalerweise werden die entsprechenden Artikel mit einem Bluebox-Hintergrund abgelichtet und dann freigestellt. So liesen sich im Sublimationsdruck und darüber hinaus nicht nur Tassen und Teddies in einer dreidimensionalen Art präsentieren sondern sogar auch ganze Transferpressen sowie andere große und schwere Objekte.

Zum Bewegen des 3D Bildes auf das Bild klicken und nach links oder rechts ziehen. Für den “Selbsttest” wurden die Drehung mit 24 Bildern aufgenommen. Um das Endergebnis flüssiger laufen zu lassen sind Aufnahmen bis zu 72 Bildern möglich. Generiert man ein echtes 3D Rotationsbild, welches sich in allen Achsen drehen lässt erscheinen die Bewegungen des Objekts noch flüssiger.

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Eine ebenfalls sehr interessante “3D-Anwendung” war die gemeinsam von adf, Otto Fotoservice und 3D-viz realisierte 360° Aufnahme mit zahlreichen im Kreis angeordneten und parallel geschalteten Spiegelreflexkameras. Hier konnte man sich in den Kreis der Kameras stellen und mit einem Sprung auf Kommando eine eindrucksvolle Rundumansicht erhalten. Aufgebaut und realisiert soll das ganze System u.a. von fünfzehn Auszubildenden worden sein.

Eine willkommene Abwechslung zum sonst digitalen und modernen Geschehen fand ich bei Feniks aus Polen. Feniks kauft Holz von alten abgerissenen Holzhäusern auf, sägt sie auf die passende Größe und konfektioniert damit sehr schöne und richtig altmodisch anmutende Bilderrahmen, welche mit einer Art bedrucktem Büttenpapier und einem darauf aufgebrachten – Risse bildenden – Lack für einen reizvollen Retrolook vervollständigt werden.

“Sex sells” dachte sich wohl Pearl.de und malte Tag für Tag eine junge Dame mit frischen Farben an. Geschmäcker sind verschieden meine ich, sodass das Bodypainting bestimmt für viele eine willkommene Alternative zu dem sonst sehr hässlichen umfangreichen Stöberkatalog war. Mein Fall ist er zumindest nicht.

Da die Akkus meiner etwas betagteren EOS 350D einen Tag vor der Photokina leider ihren Geist aufgaben war ich froh die kurz nach der letzten Photokina gekaufte Powershot SX10IS mit Blitzschuh in Kombination mit dem 430er Blitz einsetzen zu können. Ich stattete aber auch Sony, Nikon, Pentax und anderen Marktbegleitern einen Besuch ab, wobei mir die Sony Alpha 55 und die Spiegelreflexsysteme von Nikon sehr gut gefielen. Letztendlich wird es aber wenn überhaupt erstmal wieder auf eine Canon EOS 550D hinaus laufen, gerade weil ich mir den passenden Blitz erst kürzlich angeschafft habe.

Der junge Mann mit dem Spruch auf dem T-Shirt sprach mir und bestimmt vielen anderen Technikern aus der Seele.

3D bei Bildern und Videos war auch ein großes Thema. Von Foto- und Videokameras bis zu Software, Projektoren, gedruckten Bildern wurde vieles geboten. Dabei meine ich, dass die Bildqualität und das schonende Zusammenspiel mit dem Auge bei den gezeigten Displays deutlich besser und angenehmer war als bei Kinofilmen wie Avatar.

Ebenfalls ein Highlight fand ich die mit 10.000,- Euro ganz schön happige Drohne von Flyinglift, an welche eine kleine Videokamera bis 500 gr. montiert werden kann. Das Signal wird dann per Funk an einen Empfänger gesendet, welcher sich als Rucksack auf dem Rücken des “Piloten” befindet. Dieser trägt dann eine Brille mit einem kleinen Display an einem Auge und kann so die Aufnahmen aus der Luft direkt mitverfolgen.

Die Nachbarin im Fenster lässt grüßen… 😉

So, das waren im Kurzen zusammengefasst einige meiner Eindrücke von der Photokina. Gerne könnt ihr auch eure Eindrücke hier als Kommentar noch ergänzen.

Guten Druck!